Pressemitteilung

Schlanke Prozesse im Mittelstand: Vernetzte IT-Systeme

Die Günter Effgen GmbH aus Herrstein hat mit der digitalen Vernetzung der IT-Systeme begonnen. Dabei wird der Hersteller von Schleiftechnik vom Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Kaiserslautern unterstützt. Quelle: Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Kaiserslautern/ A. Sell

  •  Kompetenzzentrum Kaiserslautern unterstützt die Günter Effgen GmbH bei der digitalen Vernetzung der IT-Systeme
  •  Vorteil: Optimierung der Prozesse, Minimierung von Fehlern, freies Personal für wichtigere Aufgaben

Kaiserslautern// 24. Juli 2018Welchen konkreten Vorteil die digitale Vernetzung von IT-Systemen für ein Unternehmen hat, lässt sich am Beispiel der mittelständischen Günter Effgen GmbH aus Herrstein bei Idar-Oberstein zeigen. Das Unternehmen hat die IT-Systeme der Auftragsabwicklung miteinander vernetzt. Das Resultat: mehr Transparenz und weniger Fehler in allen Arbeitsschritten. Die Prozesse sind besser organisiert und werden insgesamt schlanker. Entsprechend haben die Mitarbeiter nun Zeit für wichtigere Aufgaben.

Die Günter Effgen GmbH ist ein angesehener Systemanbieter für Schleif-, Polier- und Abrichtwerkzeuge. Über die letzten Jahrzehnte hinweg hat das Unternehmen verschiedene IT-Systeme eingeführt. Durch die steigenden Anforderungen an kürzere Bearbeitungs- und Lieferzeiten stoßen diese Insellösungen jedoch immer öfter an ihre Grenzen. Das Traditionsunternehmen aus Herrstein wird daher seit März 2018 vom Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Kaiserslautern bei der Einführung eines Konzepts zur digitalen Vernetzung der IT-Systeme in Konstruktion, CNC-Abteilung und Qualitätssicherung unterstützt. Der Hersteller von Schleiftechnik sorgt so für eine schlanke CAx-Prozesskette, wie es im Fachjargon heißt.

In den Workshops hat das interdisziplinäre Projektteam schnell erkannt, dass Digitalisierung alleine nicht ausreicht. Eine detaillierte Prozessanalyse und -optimierung sind vor der Digitalisierung notwendig. Damit soll vermieden werden, dass ineffiziente Prozesse einfach zu ineffizienten digitalen Prozessen werden. „Wir wollten herausfinden, wie viel Verschwendung in unseren Abläufen steckt”, erklärt Jörg Rassweiler, Leiter Fertigungsplanung und Leiter des Digitalisierungsprojektes bei Effgen. „Diese Verschwendung muss zunächst eliminiert werden. Wir wollen schließlich schlanke Prozesse haben, bevor wir mit der Digitalisierung starten.”

Die Vorteile der Vernetzung liegen auf der Hand. Manuelle Tätigkeiten werden drastisch reduziert, Fehler durch menschliche Irrtümer minimiert und die Durchlaufzeiten deutlich reduziert. So kommen frei werdende Personalkapazitäten neu zum Einsatz und das Unternehmen kann weiter wachsen.

Das Projekt mit Effgen ist eins von fünf Projektbegleitungen, bei denen das Kompetenzzentrum Kaiserslautern KMU jeweils für einen Zeitraum von zirka sechs Monaten bei der Umsetzung einer Digitalisierungsidee begleitet. Diese Unternehmen werden dadurch zum Leuchtturm für die Region. „Die Vernetzung von IT-Systemen ist eine Herausforderung für viele produzierende Mittelständler. Die Digitalisierungsmaßnahme ermöglicht es, auch bestehende Unternehmensprozesse zu hinterfragen und zu optimieren“, erklärt Jesko Hermann, der das Projekt seitens des Kompetenzzentrums betreut. Das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Kaiserslautern gehört zu Mittelstand-Digital. Mit Mittelstand-Digital unterstützt das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie die Digitalisierung in kleinen und mittleren Unternehmen und dem Handwerk.

Weise Voraussicht: Geschäftsführer hat Potenzial der Digitalisierung frühzeitig erkannt

Bereits 2015 hatte der geschäftsführende Gesellschafter Ralph Effgen bereits eine richtungsweisende Entscheidung getroffen: „Effgen legt den Grundstein für Digitalisierung und Industrie 4.0 und nutzt dessen Potenziale.“ Dabei hat der Geschäftsführer von Anfang an die Belegschaft intensiv über das Thema informiert und zum Mitdiskutieren angestoßen.

Effgen ist in einer strukturschwachen Region angesiedelt und hat, wie viele KMU, mit dem Fachkräftemangel zu kämpfen. Da kommt die Digitalisierung gerade zur rechten Zeit. Michael Schneider, Prokurist und Mit-Initiator der Digitalisierungsinitiative bei Effgen, kennt die Stimmung in der Belegschaft: „Die Kolleginnen und Kollegen erhoffen sich baldige Entlastung und gleichzeitig eine Sicherung der Arbeitsplätze durch die steigende Wettbewerbsfähigkeit. Schließlich profitieren wir alle von effizienteren Prozessen und der damit steigenden Profitabilität”. Und obwohl der Weg der Digitalisierung steinig ist, so hat Effgen ihn doch begonnen. „Denn auch ein Weg von tausend Meilen beginnt mit dem ersten Schritt“, ergänzt Schneider.

Hintergrund – Fachbegriffe einfach erklärt

Der Begriff CAx-Systeme ist ein Oberbegriff für alle IT-Systeme, denen der “Computer Aided”-Gedanke zugrunde liegt. Das computergestützte Konstruieren, also das Computer Aided Design (CAD), ist dabei der Ursprung dieser Technologien. Das “x” steht als Platzhalter für alle unterschiedlichen CA-Systeme, z.B. das Computer Aided Manufacturing (CAM), Computer Aided Engineering (CAE) oder Computer Aided Quality (CAQ).Die Verknüpfungder Systeme erfolgt durch die Übergabe von Daten an standardisierten Schnittstellen. Dadurch wird eine die erneute Eingabe von Daten überflüssig und der Prozess dadurch insgesamt optimiert.

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