Alle Artikel in: BEST PRACTICE

IT und OT miteinander verbinden

Bei der Arend Prozessautomation und der Arendar IT-Security GmbH werden Feld- und MES-Ebene mittels „Datentrenntrafo“ verbunden Rudolf Preuß sitzt vor dem Laptop in seinem Büro in Wittlich. Der Geschäftsführer der Arendar IT-Security GmbH hat darauf ein Steuerungsprogramm geöffnet, auf dem er verschiedene Befehle ausführen kann – „Schaufelrad“ heißt einer davon. Als er auf den Knopf drückt, fängt es vor der Bürotür zu rattern an. Dort steht als Demonstrator eine aus Bausteinen zusammengebaute Förderlinie mit Schaufelrad, Förderband und Sortieranlage. Preuß kann die ganze Anlage von seinem Laptop aus fernsteuern, mittels Webcam überprüft er, ob die Befehle auch ordnungsgemäß ausgeführt werden. Möglich macht diese Fernsteuerung der ARENDAR, das zentrale Produkt der gleichnamigen Firma. Der ARENDAR ist ein Datensammler, der Daten aus der Maschine aufnimmt, sie vorverarbeitet und dann dem Produktionsleitsystem zur Verfügung stellt. „Mit dem ARENDAR schlagen wir die Brücke von der physischen OT-Welt an der Maschine und der IT-Welt in der Steuerung“, sagt Preuß. Er spricht deshalb vom ARENDAR auch als Tor zum Industrial Internet of Things (IIoT), mit dem im Fabrikumfeld die unterschiedlichen Maschinen miteinander …

Mit ungewöhnlichen Ideen das Backhandwerk verändern

Die Brotpuristen aus Speyer machen es bewusst anders als die Masse – und setzen dabei digitale Hilfsmittel ein Es kracht förmlich, als Sebastian Däuwel das frisch gebackene Nussbrot in seiner Backstube in Speyer mit einem scharfen Messer schneidet. In den Teig sind Walnüsse und Haselnüsse gemischt, alles an dem Brot ist natürlich. Der Sauerteig ist selbst gezogen, keinerlei Backhilfsmittel sind im Brot verarbeitet. Das gilt für alle Brote, die Däuwel anbietet, sie sind auf das Wesentliche reduziert – pur eben. Und weil diese Backart so tief in seiner Bäckereivision verankert ist, spiegelt sich das auch im Namen wider: Die Brotpuristen backen Brot ohne Schnickschnack und bieten dadurch eine Qualität, die man in Zeiten von Backmischungen und Filialisten oft vergeblich sucht. Ergänzt wird das puristische Brot durch allerhand digitale Lösungen: Bei den Brotpuristen gibt es ein Online-Bestellformular, ein Live-Brotupdate, außerdem sind Öfen und Kühlung digital vernetzt und können per Smartphone ferngesteuert werden. Die Idee für sein Konzept kam Däuwel im Jahr 2011: „Ich war abends mit Freunden in der Weinstube, da wurde Brot zum Pfälzer Teller …

Die Geschäftsleiter Helene Dax (mi.) und Frank Schmitz (re.) zusammen mit Christian Olszewksi (li.), der sich um die Digitalisierung im Unternehmensverbund kümmert. 


Ganzheitliche Digitalisierung aller Geschäftsprozesse

Der Dax-Firmenverbund aus Cochem digitalisiert die Blechverarbeitung vom Auftragseingang bis zur Auslieferung Dass man sich bei der Dax Unternehmensgruppe in Cochem mit Digitalisierung auseinandersetzt, ist für den Metallverarbeitungsbetrieb selbstverständlich. „Digitalisierung an sich ist nichts Außergewöhnliches. Es ist wie eine Technologie, die man nutzen kann. Und das tun wir“, erklärt Geschäftsleiter Frank Schmitz. Zusammen mit Helene Dax leitet er den Firmenverbund, der aus den drei Unternehmen Dax MetallForm, Dax MetallSchutz und Intro besteht. Helene Dax ist im Jahr 1991 in das Unternehmen ihrer Eltern eingestiegen, die eigentlich eine Schlosserei betrieben und viele Kunden in den nahen Weinbergen an der Mosel hatten. 1997 übernahm sie dann das Unternehmen und entwickelte es weiter zum heutigen Betrieb Dax MetallForm, der sich auf Blechbearbeitung spezialisierte. „Wir haben schnell gemerkt, dass die reine Blechfertigung als Geschäftsmodell sehr schwierig ist, da im Markt große Konkurrenz herrscht. Deswegen haben wir versucht, dem Kunden mehr Dienstleistungen anzubieten und so einen Komplettservice bieten zu können“, sagt Helene Dax. Zu den Dienstleistungen zählen unter anderem die 3D-Konstruktion von Produkten sowie deren Design. Um die Dienstleistungen in …

Datenaustausch auf Knopfdruck

Die ARXUM GmbH mit Sitz in Kaiserslautern setzt auf die Blockchain-Technologie zur Optimierung der Lieferkette Der Begriff Blockchain war in den letzten Jahren in aller Munde: Bekannt wurde er durch die Kryptowährung Bitcoin, die auf die Technologie setzt. Lange Zeit wurde der Begriff sogar synonym für die gesamte Technologie verwendet. „Das ist heute nicht mehr so. Die meisten Unternehmen haben bereits ein kleines Blockchain-Lernprojekt durchgeführt“, sagt Dr. Markus Jostock, Geschäftsführer des Start-Ups ARXUM GmbH mit Sitz in Kaiserslautern. Denn Blockchain ist viel mehr als nur Bitcoin: Der Name Blockchain kommt daher, dass einzelne Datenblöcke durch kryptografische Verfahren aneinander gekettet werden. Durch die feste und unveränderliche Reihenfolge entsteht so eine sichere und transparente Kette. Der Einsatz der Technologie ist vielfältig, das hat auch die Industrie mittlerweile erkannt. Bei ARXUM macht man sich diese Entwicklung zunutze. Das Start-Up wurde 2018 von Jostock gegründet, der selbst lange in der Automatisierungsindustrie tätig war. Der Name des Unternehmens spielt auf die Sicherheit der Blockchain an: Das lateinische Wort arx steht für Burg. Das zehnköpfige Team des Start-Ups hat das Produkt …

Markus Debo, Geschäftsführer von Debo Agarservice. 


Digitale Bewirtschaftung von Feldern und Weinbergen

Das Lohnunternehmen Debo Agrarservice setzt auf GPS und eine digitale Schlagkartei Das Lohnunternehmen Debo Agrarservice aus Nieder-Olm ist aus dem landwirtschaftlichen Familienbetrieb der Familie Debo entstanden und hat mittlerweile acht Mitarbeiter. Markus Debo, der Geschäftsführer des Unternehmens, ist gelernter Winzer und hat sich schon während der Ausbildung sehr für die Arbeit im Feld und in den Weinbergen interessiert. „In der Meisterschule haben meine Kommilitonen mehr Interesse an der Vermarktung des Weins gezeigt. Mir hingegen war klar, dass ich mich auf die landwirtschaftliche Arbeit spezialisieren möchte. Heute sind fast alle meine ehemaligen Kommilitonen auch Kunden von uns“, erzählt Debo. Das Lohnunternehmen wurde 2005 gegründet und bedient rund 500 Kunden in Rheinhessen. Als Dienstleistung übernimmt Debo Agrarservice für Winzer und Landwirte die Komplettbewirtschaftung von Weinbergen und Feldern. Das Lohnunternehmen führt alle anfallenden Maschinenarbeiten aus: von der Bodenbearbeitung über GPS-Pflanzung und Pflanzenschutz bis hin zur Ernte (Trauben oder Getreide). Rheinhessen ist bekannt für seine Weine, darum liegt auch der Fokus des Betriebs stärker auf Weinbau und den anfallenden Arbeiten wie Rebschnitt, Entlauben, Vorschnitt oder Traubenlese. Um Kundenwünsche zu …

Klassischer Weinbau trifft auf Digitalisierung

Im Weingut Braunewell steigert ein digitaler Gärkeller die Qualität des Weins Die Familiengeschichte des Weinguts Braunewell geht bis auf die Hugenotten zurück, die sich 1655 in Essenheim in der Nähe von Mainz ansiedelten. Seit über 350 Jahren betreibt die Familie Braunewell landwirtschaftliche Selbstversorgung in Kombination mit Weinbau. „Im Laufe der Zeit hat eine Spezialisierung in der Landwirtschaft stattgefunden. Hier bei uns im Ort haben sich manche Betriebe auf den Anbau von Getreide oder Obst spezialisiert – und wir uns auf Wein. Allen Rebsorten voran ist bei uns der Burgunder stark vertreten. Mein Großvater Adam Braunewell hat in den 1960er Jahren den Betrieb auf die professionelle Ebene gehoben und meine Eltern Axel und Ursula Braunewell haben ihn zu einem modernen Familienweingut weiterentwickelt “, erzählt Stefan Braunewell, einer der Geschäftsführer des Weinguts. Er leitet mittlerweile den Familienbetrieb gemeinsam mit seinem Bruder Christian Braunewell. Aber die gesamte Familie – vier Generationen der Braunewells – arbeitet gemeinsam auf dem Hof und ist an der Herstellung des Weins beteiligt. Zur Weinlese beschäftigt das Unternehmen ca. 30 Mitarbeiter. Dazu zählen neben …

Marcel Kettering, Geschäftsführer von WICO Textilbeschichtung und -kaschierung GmbH (links) zusammen mit Florian Borne, Digitalisierungsbeauftragter von WICO

Papierlose Auftragsabwicklung in der Textilveredelung

Durch die digitale Vernetzung von Produktion und Büro optimiert WICO seine Prozesse und schafft Nachhaltigkeit Dem Endverbraucher ist häufig nicht bewusst, wie das Innere von bestimmten Produkten aussieht. So ist das auch bei Schuhen der Fall, die aus mehreren Lagen von Textilien bestehen – was jedoch von außen nicht sichtbar ist. An der Herstellung dieser Bestandteile von Schuhen ist auch ein kleines Unternehmen aus Pirmasens beteiligt. WICO Textilbeschichtung und -kaschierung GmbH widmet sich mit ca. 20 Mitarbeitern der Textilveredelung. Darunter versteht man das Beschichten und Kaschieren von textilen Stoffen. Beim Kaschieren werden mehrere Lagen von Materialien miteinander verklebt. Der Chemieingenieur Marcel Kettering ist seit zehn Jahren Geschäftsführer von WICO. „Die Schuhindustrie hat eine lange Geschichte in Pirmasens. So ist es nicht verwunderlich, dass auch bei uns die Schuhbranche mit 80 Prozent den größten Teil unseres Umsatzes und unserer Aufträge bestimmt. Die Bereiche Automotive, Filtration oder die Bauindustrie bedienen wir jedoch ebenso“, so Kettering. Beschichtet oder kaschiert werden bei WICO verschiedenste technische Textilien – von Strickwaren und Geweben über Vliesstoffe und Schäume. Die passenden Klebstoffe werden …

Die Geschäftsführung von Hytrade24 GmbH: Elke Frank und Andreas Klöss

Digitaler Marktplatz rund um die Welt der Hydraulik

Das herstellerunabhängige Business-Portal Hytrade24 steht für Variantenvielfalt und Service Hytrade24 GmbH bietet eine digitale B2B-Plattform (Business-to-Business) für die Hydraulikbranche an. Der Begriff „Hytrade24“ verdeutlicht, dass 24 Stunden am Tag Hydraulik-Komponenten gehandelt werden können (Hy = Hydraulik; Trade = Handel; 24 = 24 Stunden). Die beiden Gründer, Elke Frank und Andreas Klöss, möchten ihr Portal in dem Nischenmarkt der Hydraulik als erste Anlaufstelle für Kunden und Anbieter etablieren. Besonders der Service-Gedanke spielt eine große Rolle des digitalen Geschäftsmodells, denn auf der Online-Plattform können in einer Art Marktplatz nicht nur Produkte gefunden werden, sondern auch Stellenausschreibungen, News und Events. Ähnlich eines Social-Media-Kanals soll Hytrade24 somit die Community der professionellen Hydrauliker miteinander vernetzen. „Um die Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Handels im Bereich der Hydraulik zu sichern, haben wir diesen Schritt in die Onlinewelt gewagt. Auch im technischen Bereich ist die von immer größerer Relevanz“, so Frank. Unterstützung bei der Entwicklung von Hytrade24 hatten die beiden Gründer von dem Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Kaiserslautern. In einer Ideenwerkstatt wurden die Chancen und Risiken rund um das digitale Geschäftsmodell erarbeitet. „Der Workshop mit dem …

Jörg Lindemans, Prokurist und Betriebsleiter; Maximilian Lehnen, Projektleiter des Digitalisierungsprojekts mit dem Kompetenzzentrum Kaiserslautern

Vollautomatisierte Pressen in Losgröße 1

Die Unternehmenskultur von KOMAGE Gellner Maschinenfabrik KG verbindet Soziales mit Digitalisierung Die KOMAGE Gellner Maschinenfabrik KG ist ein Familienunternehmen, das bereits seit 111 Jahren Pulverpressen herstellt. In Kell am See im Hunsrück legt das traditionsreiche Unternehmen großen Wert auf Nachhaltigkeit. Die Nachhaltigkeit betrifft sowohl die Mitarbeiter und Lieferanten als auch die Kunden und die produzierten Pulverpressen. „Nicht nur der soziale Umgang mit unseren langjährigen Mitarbeitern ist uns wichtig, sondern wir pflegen auch mit unseren Kunden teilweise schon seit 60 Jahren Beziehungen. Wir sind ebenso sehr darauf bedacht, dass unsere Maschinen nachhaltig sind und langfristig funktionieren – es geht uns nicht um kurzfristige Geschäfte“, erzählt die Geschäftsführerin von KOMAGE, Margit Gellner-May. Um diese Nachhaltigkeit in Zukunft zu gewährleisten, setzt das mittelständische Unternehmen auf die Digitalisierung. KOMAGE stellt ihre Pulverpressen für eine Vielzahl an Branchen und Kunden auf der ganzen Welt her. Beispielsweise pressen die Maschinen Pulvermetalle oder Keramik, die für Automobilteile oder den Zahnersatz verwendet werden. Ebenso werden Kohlebürsten produziert, die ihren Einsatz in Elektromotoren finden. Außerdem gehören Industriekeramik, Hartmetalle, Magnete, Salze und weitere Stoffe zu …

Dirk Brandes (links), Senior PR Manager, und Patrice Geiger (rechts), Vice President Sales bei Empolis Information Management GmbH

Wie KI den Mittelstand unterstützt

Empolis bietet innovative Softwarelösungen auf Basis von Künstlicher Intelligenz für den Mittelstand Die Empolis Information Management GmbH, mit Hauptsitz am Technologiestandort Kaiserslautern, entwickelt intelligente Softwarelösungen auf Basis von Künstlicher Intelligenz. Dabei liegt der Fokus auf intelligenten Assistenzsystemen, die zur Entscheidungsfindung genutzt werden können. Das betrifft sowohl einfache Fragestellungen als auch komplexe Sachverhalte. Spezialisiert ist der Softwareanbieter auf verarbeitendes Gewerbe, Gesundheitswesen sowie Behörden und Verwaltung. „Wir helfen unseren Kunden mithilfe von Künstlicher Intelligenz die richtigen Entscheidungen zu treffen“, erklärt Patrice Geiger, VP Sales bei Empolis. „Unsere Softwarelösungen verbessern den Service unserer Kunden und ermöglichen ihnen neue digitale Geschäftsmodelle. Allerdings ist nicht jeder Kunde bereits in der Lage, ein digitales Geschäftsmodell umzusetzen. Aber wir unterstützen dabei, gemeinsam mit dem Kunden diesen Weg zu beschreiten“, so Geiger weiter. Wissensmanagement und Service als Erfolgsfaktor Mit dem Fokus auf Service und auch Wissensmanagement setzt Empolis auf ein Thema, das immer wichtiger für Unternehmen, vor allem aus dem Mittelstand, wird. „Wissensmanagement ist insofern sehr interessant, weil immer mehr Mitarbeiter aufgrund ihres Alters aus den Unternehmen ausscheiden und dadurch ein Wissensverlust entsteht. …

Künstliche Intelligenz für die moderne Kundenkommunikation

Mit intelligenten Softwarelösungen auf der Basis Künstlicher Intelligenz begleitet Insiders Technologies weltweit Unternehmen bei der Digitalen Transformation Vom Spin-Off zum Global Player Als Spin-Off des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) beschäftigt sich Insiders Technologies schon seit 1998 mit KI-Technologien für Softwareprodukte. Heute ist das Unternehmen längst auf dem Weg zum Global Player. In dem technologischen Produkthaus steht das intelligente Input Management und die moderne Kundenkommunikation von Unternehmen im Fokus. „Wir setzen Künstliche Intelligenz ein, um Innovationen auf den Weg zu bringen und Produkte intelligenter zu machen. In unserem Fall ist das Produkt die Kundenkommunikation. Ca. 3.000 Unternehmen setzen bereits unsere Softwarelösungen ein und 10 Millionen Bundesbürger nutzen Apps, die von uns entwickelt wurden – wenn auch unbewusst, weil wir nicht den Endkunden bedienen“, so Werner Weiss, Geschäftsführer der Insiders Technologies GmbH. Automatisierte Kundenkommunikation über Chatbots und Apps Der Austausch geschäftsrelevanter Informationen mit Kunden gehört zum Arbeitsalltag jedes Unternehmens. Früher war die Kommunikation jedoch sehr zeitaufwendig und unhandlich: Der Kunde schickte auf dem Postweg einen Brief an ein Unternehmen, z.B. seine Versicherung. Dann wurde der …

Hermann Spanier, Gründer und Geschäftsführer des klassischen Gerüstbauunternehmens Spanier + Wiedemann, zusammen mit seiner Tochter Jeanette Spanier, Gründerin der Startups SCAFFEYE GbR und Moselcopter GmbH

Frauen revolutionieren den Gerüstbau

Klassisches Gerüstbauunternehmen Spanier + Wiedemann KG trifft auf digitale Startups Der Gerüstbau Meisterbetrieb Spanier + Wiedemann KG mit Sitz in Longuich an der idyllischen Mosel wurde 1992 von Hermann Spanier und Holger Wiedemann gegründet. Seitdem hat sich das Unternehmen zu einem deutschlandweit tätigen Betrieb entwickelt. Jeanette Spanier, die Tochter von Hermann Spanier hat sich bereits als Kind für den Gerüstbau begeistert und ist früh in den elterlichen Betrieb eingestiegen. Das Unternehmen befindet sich zurzeit im Generationswechsel: Ende des Jahres wird Hermann Spanier die Geschäftsleitung an seine Tochter übergeben. Jeanette Spanier wird das Unternehmen mit Sebastian Bichler, einem langjährigen Mitarbeiter der Firma Spanier & Wiedemann fortführen. Sie hat es sich zum Ziel gesetzt, eine reine Frauenmannschaft in der Gerüstbaufirma zu etablieren. Helfen soll ihr dabei die Digitalisierung. Denn durch digitale Hilfsmittel wird der körperlich anspruchsvolle Beruf auch für Frauen attraktiver. Steigerung der Arbeitseffizienz durch digitale Startups In der Vergangenheit hatte das Gerüstbauunternehmen häufig Probleme mit fehlenden Planungsunterlagen von Architekten. Das führte zu Ungenauigkeit in der Planung des Gerüsts und somit auch zu erhöhten Kosten bei der …

Alexandra Seidl, Director Marketing der Human Solutions Group. Foto: Human Solutions Group


Digitale 3D-Menschen im Fokus der Produktentwicklung

Die Human Solutions Group treibt mit ihren Software-Lösungen und 3D-Avataren die Digitalisierung in der Fahrzeug- und Modebranche voran Die Human Solutions Group mit Sitz in Kaiserslautern, München, Mailand und Morrisville/USA ist eine Unternehmensgruppe, die mit ihren Software-Lösungen die Fahrzeug- und Bekleidungsbranche digitalisiert und den Menschen in den Mittelpunkt der Produktentwicklung stellt. Im Jahr 2002 hat Dr. Andreas Seidl das Technologie-Unternehmen Human Solutions GmbH gegründet. „Wir sind diejenigen, die mit unseren Lösungen die Digitalisierung in den Unternehmen vorantreiben. Wir haben ein großes Interesse daran, dass sich die Branchen weiterentwickeln“, so Alexandra Seidl, Director Marketing. Mittlerweile besteht die Human Solutions Group aus mehreren Tochterunternehmen mit über 200 Mitarbeitern. Angefangen hat die Human Solutions GmbH mit digitalen Ergonomiesimulationen anhand des 3D-Menschmodells RAMSIS für die Fahrzeugbranche. Im Jahr 2009 wurde die Unternehmensgruppe durch die Assyst GmbH ergänzt und beschäftigt sich seitdem mit Software-Lösungen für die Bekleidungsindustrie. Das dritte Tochterunternehmen wurde erst letztes Jahr gegründet, die Avalution GmbH – ein Unternehmen, das weltweit Reihenmessungen und Bodyscans durchführt, um die Daten für zielgruppengerechte 3D-Avatare zu liefern. Digitale Ergonomiesimulation für Fahrzeuge Human …

Jörg Hammann (links) und Daniel Theurer (rechts), die beiden Ge-schäftsführer von Hammann + Theurer Wassertechnik GmbH.

Smart City: Digitalisierung steigert die Nachhaltigkeit in der Wasserversorgung

Hammann + Theurer Wassertechnik GmbH finden Wasserlecks mit digitalen Technologien Vor mehr als 30 Jahren wurde die Hammann + Theurer Wassertechnik GmbH im idyllischen Bad Bergzabern an der Südlichen Weinstraße von Carl Hammann gegründet. Sein Sohn Jörg Hammann leitet das Unternehmen heute gemeinsam mit seinem Kollegen Daniel Theurer. Die beiden Unternehmer haben in den letzten Jahren enorm in die eigene Zukunft investiert. Der Dienstleister für Wasserversorgung ist nun in vielen Bereichen digital unterwegs – im Büro inklusive des Kundenmanagements, in der internen Kommunikation sowie im Außendienst und beim Aufspüren von Wasserlecks. Trotz aller digitalen Technologien sind sich die Geschäftsführer einig: „Unsere Mitarbeiter mit ihrem Knowhow, ihrer Erfahrung und ihrer Intuition machen den wahren Erfolg unseres Unternehmens aus. Digitalisierung ist bei uns aber ein wichtiges Hilfsmittel zur Unterstützung der Mitarbeiter und zur Verbesserung der Geschäftsprozesse. Durch die Digitalisierung erzielen wir bessere Ergebnisse und erhöhen die Kundenzufriedenheit.“ Wassernachhaltigkeit als Teil der Smart City Das Thema Nachhaltigkeit des Wasserverbrauchs, d.h. kein Wasser zu verschwenden, ist ein wichtiges Anliegen in der Gesellschaft. Somit ist es auch das übergeordnete Ziel …

Martin Beinlich (Geschäftsführer und Inhaber) und seine Frau Carolin Beinlich (Leitung Controlling)

Mit Digitalisierung zur umweltfreundlichen Bewässerung in der Landwirtschaft

Die Beinlich Agrarpumpen und –maschinen GmbH vernetzt den Produktionsablauf und stellt Maschinen in Losgröße 1 her Der letzte Hitzesommer war für viele ein Fluch – für die Beinlich Agrarpumpen und –maschinen GmbH aus Ulmen in der Eifel war er ein Segen. Das Unternehmen stellt individuelle Beregnungsanlagen für die Landwirtschaft her, darunter auch die größte Anlage der Welt mit einer Rohrlänge von über einem Kilometer. Nachdem der Regen im letzten Jahr ausblieb, schnellten die Bestellungen für neue Beregnungsmaschinen in die Höhe. Und auch in Zukunft ist die gute Auftragslage der Firma Beinlich gesichert: Da die Grundwasserpegel noch immer niedrig sind, muss weiterhin viel beregnet werden. Um dem Auftragsansturm gerecht zu werden, setzt das Unternehmen auf eine digitalisierte Produktion. „Die Digitalisierung macht die Arbeit leichter und optimiert die Produktion. Früher haben wir eine Anlage pro Tag gefertigt, heute sind es zwei bis drei“, erläutert Martin Beinlich, Inhaber und Geschäftsführer der gleichnamigen Firma. Er führt das mittelständische Unternehmen seit 2008 in dritter Generation; sein Großvater hat den Betrieb 1956 gegründet. Die Digitalisierung manifestiert sich bei Beinlich in vielfältiger …

Die Seniorchefs Karl-Heinz Carra und Ursula Carra, Verkäuferin Andrea Herzer, der aktuelle Bäckermeister Paul Carra und Juniorchefin Petra Kunz

Online-Brotversand: Tradition mit Moderne verbinden

Bäckerei Kissel verschickt über ihren Onlineshop Backwaren in fast die ganze Welt Die Bäckerei Kissel im rheinland-pfälzischen Reichenbach-Steegen ist ein Traditionsbetrieb, der in dritter Generation von Familie Carra betrieben wird. Eine Bäckerei in der ländlich geprägten Westpfalz zu führen, ist nicht immer ganz einfach. Für die Carras war das der ausschlaggebende Grund, einen Schritt über das klassische Bäckerhandwerk hinaus zu denken: Ein Online-Brotversand bringt zusätzliche Aufträge und macht die Bäckerei international bekannt. Die Idee dazu entstand vor über 10 Jahren: „Wir fahren oft auf Bauern- und Gourmetmärkte im Umkreis von 120 Kilometern. Vor Ort sagen häufig die Kunden: ‚Ach schade, dass ihr nur einmal im Jahr hier seid. Wir würden euer Brot gerne öfter genießen‘“, erzählt Petra Kunz, Enkelin der Bäckereigründer Julius und Ellen Kissel. Sie führt das Unternehmen nun gemeinsam mit ihrem Bruder Paul Carra – dem aktuellen Bäckermeister. Der Vater der beiden und bisheriger Bäckerei-Chef Karl-Heinz Carra hatte damals die passende Antwort für die brothungrigen Marktgäste parat: „Ich kann euch das Brot gerne schicken!“, erklärte er kurzerhand. Damit war die Idee des Brotshops …

Treiben die Digitalisierung bei Lohmann Druck voran (von links): IT-Leiter Oliver Lauterborn, Geschäftsführender Gesellschafter Markus Reher und Geschäftsführer Horst Rollmann.

Digitale Prozessoptimierung im Etikettendruck

Die Lohmann Druck GmbH sichert die eigene Zukunft durch Digitalisierung und Automatisierung der Produktion Inmitten von Weinbergen liegt der Ort Bullay an der idyllischen Moselschleife. Teilweise wirkt es, als sei die Zeit stehen geblieben – jedoch nicht für die Lohmann Druck GmbH, die aus dem Moseltal jeden Tag Millionen von Etiketten in die ganze Welt liefert. 66 Jahre reicht die Geschichte der Druckerei zurück, das Unternehmen wurde nach dem zweiten Weltkrieg gegründet. Damals waren die Hauptkunden von Lohmann die nahen Moselwinzer, die Etiketten für ihre Weinflaschen bestellten. Seitdem hat sich der Absatzmarkt aber gewandelt: „Wir haben heute ein weltweites Publikum und beliefern auch große, internationale Industriebetriebe“, erklärt Markus Reher, Geschäftsführender Gesellschafter von Lohmann Druck. Hergestellt werden sogenannte Nassklebeetiketten, die bei der Befüllung mit einem Leim auf das Glas oder die Verpackung gebracht werden. „Wir haben uns auf kleine und mittlere Losgrößen spezialisiert“, fügt Reher an. Diese reichen von 10.000 Etiketten einer Sorte bis hin zu 15 Millionen. 75 Mitarbeiter sorgen dafür, dass die Etiketten gefertigt werden, von der digitalen Vorlage über die Bogenerstellung bis hin …

Marcel Sambale-Lergenmüller, Gründer des Startups Vineyard Cloud.

Weinbau goes digital – Vineyard Cloud unterstützt Winzer beim Prozessmanagement

Das Startup Vineyard Cloud modifiziert mit einer App die Arbeit in den Weinbergen Vineyard Cloud GmbH ist ein Startup-Unternehmen aus Burrweiler im Landkreis Südliche Weinstraße, das ein innovatives Programm für Weinbauern entwickelt hat. Der Gründer Marcel Sambale-Lergenmüller erleichtert Winzern mit seiner Vineyard Cloud die Arbeit in den Weinbergen erheblich. Im November 2016 wurde das Startup gegründet und bereits ein Jahr später war die erste Version der Anwendung auf dem Markt erhältlich. Mittlerweile nutzen über 100 Winzer die Vineyard Cloud und das sogar europaweit. Zurzeit nimmt die Digitalisierung im Weinbau immens Fahrt auf. Einige Winzer befürchten, dass sie von einem Computer ersetzt werden könnten. Diese Angst hält Sambale-Lergenmüller für unbegründet: „Auf lange Sicht werden lästige Routinearbeiten im Wingert durch die Digitalisierung wegfallen. Aber der Mensch wird keinesfalls ersetzt. Vineyard Cloud hilft den Winzern, sich wieder vollständig auf das Verkaufen von Wein zu konzentrieren – eben auf ihr wesentliches Hauptgeschäft.“ Flickenteppich und Prozessmanagement im Weinberg Ein Weingut besteht aus sogenannten Flurstücken. Das sind die Flächen in den Weinbergen, in denen die Reben angepflanzt werden. Ein Weingut in …

Den Menschen in ihrer Arbeit mehr Sinn geben – dank Digitalisierung

Künstliche Intelligenz, Algorithmen und Chat Bots: Das Startup Inga beschreitet neue Wege in der Personalbeschaffung Man nehme den Wunsch, etwas zu verändern, eine geniale Idee, fünf Unternehmer, zusammen rund 80 Jahre Berufserfahrung und die Möglichkeiten der Digitalisierung. Diese Zutaten bilden die Erfolgsgeschichte des Startups Inga aus Frankfurt am Main, das im Januar 2019 als GmbH gegründet wurde. Inga zielt darauf ab, die Personalbeschaffung für Unternehmen einfacher, moderner und erfolgreicher zu gestalten. „Digitalisierung hat enorme Potenziale, die Produktivität von Unternehmen zu erhöhen und den Menschen in ihrer Arbeit mehr Sinn zu geben. Sich wiederholendende Tätigkeiten können durch schlaue Maschinen abgelöst werden, die Beschäftigten führen dafür vielseitigere Aufgaben aus“, so Corinna Haas, Gründerin und Chief Executive Officer von Inga. Mitgründer und Chief Product Officer Francisco Otto ergänzt: „Wir sehen in der Digitalisierung die Chance, uns als Gesellschaft im Bereich ‚Arbeit 4.0‘ stark zu verändern. Vielleicht gehen künftig nicht mehr 40 Millionen Menschen in Deutschland jeden Tag einer ‚ganz normalen‘ Tätigkeit, wie wir sie heute kennen, nach, sondern werden völlig andere Aufgaben ausüben. Das ist natürlich auch für …

Der Handwerksmeister Markus Glöckner (links) leitet gemeinsam mit seiner Ehefrau Katja Hobler (rechts) den Steinmetzbetrieb.

Der digitale Steinmetz

Der Handwerksbetrieb Natursteine Glöckner setzt innovative Technologien im Büro und auf der Baustelle ein Die saarländische Steinmetz- und Restaurationswerkstatt Natursteine Glöckner gibt es seit 1967. Der Handwerksmeister, Markus Glöckner, hat vor 25 Jahren den elterlichen Betrieb übernommen und leitet ihn zusammen mit seiner Frau, Katja Hobler, die u.a. für das Personalwesen zuständig ist. In dieser Zeit hat sich die Anzahl der Beschäftigten von unter zehn auf 27 erhöht. Zum Hauptgeschäft zählen Restaurierungsarbeiten – von Sandsteinmauern über Häuserfassaden bis hin zu Kirchen. Weitere Steinmetzarbeiten finden im klassischen Grabmalbereich statt. Ein drittes Standbein des Betriebs bilden Bauarbeiten mit Naturstein wie Treppen, Küchenarbeitsplatten oder Bäder. „Das zurzeit bekannteste Objekt, an dem wir arbeiten, ist die alte Abtei in Mettlach. Das ist das Verwaltungsgebäude von Villeroy und Boch. Solche Restaurierungen machen etwa 70 Prozent unserer Aufträge aus. Die Steinmetzarbeiten sind insgesamt sehr vielfältig und auch sehr individuell. Und damit sind wir beim Thema Digitalisierung angelangt. Digitale Hilfsmittel erleichtern uns den Arbeitsalltag sowohl im Büro als auch bei Kunden vor Ort“, so der Handwerksmeister. Handwerk versus Digitalisierung „Wir kommen aus …