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Automatisierte Wartung und Inspektion im Schienenverkehr

(Foto: PSI Technics / ©knssr - stock.adobe.com)

  • Hidden Champion PSI Technics aus Urmitz formt neue Wertschöpfungsnetzwerke
  • Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Kaiserslautern unterstützt mit Ideenwerkstatt

Kaiserslautern // 17. November 2020 Das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Kaiserslautern unterstützt im Rahmen einer neuen Ideenwerkstatt die PSI Technics GmbH mit Sitz in Urmitz bei ihrem Vorhaben, die Inspektion und Wartung von Zügen zu revolutionieren. Das mittelständische Unternehmen forscht bereits seit 2014 an einer bild-basierten Automatisierung von Wartung und Inspektion im Schienenverkehr mithilfe von intelligenten Kamera- und Sensorsystemen. Der nächste Schritt ist die Errichtung eines Service-Ökosystems aus Partnerunternehmen. Ein neues Zentrum in Winningen an der Mosel, welches Platz für 60 weitere MitarbeiterInnen bieten wird, soll zusätzliche Unterstützung bringen.   

Die PSI Technics gilt als Hidden Champion im Bereich der industriellen Bildverarbeitung und Automatisierungstechnik. Als „Born Global“ konnte das Unternehmen bereits seit der Gründung im Jahr 2005 Aufträge in Produktion, Verkehr und Logistik rund um den Globus abbilden. Neben der konsequenten Kundenorientierung liegt dieser Erfolg insbesondere in der fachlichen Expertise der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie der Innovationskraft der Geschäftsführung begründet. Als ambitionierter Ultra-Marathonläufer verkörpert Geschäftsführer Karl Heinz Förderer die Leidenschaft und Entschlossenheit, die es braucht, um große Ziele zu erreichen. Hierbei lotet er immer wieder neue Grenzen aus – nicht nur körperlich: „Es gilt, den Status Quo immer wieder zu hinterfragen und zu verbessern“, betont Förderer die Motivation hinter dem Projekt.

Ein nächstes dieser großen Ziele sieht Förderer darin, die Inspektion und Wartung von Zügen zu revolutionieren. Bereits seit 2014 forscht und entwickelt das Unternehmen daher an intelligenten Kamera- und Sensorsystemen zur automatisierten Sichtprüfung an Dach, Seitenteilen und Unterboden von Schienenfahrzeugen. Züge durchfahren hierzu Kamerainstallationen an Toren oder Checkpoints und werden dabei von allen Seiten digital erfasst. Durch die während der Fahrt erhobenen Daten lassen sich kosten- und zeitintensive Sichtprüfungen vermeiden, aber auch wertvolle Daten über den gesamten Lebenszyklus eines Zuges hinweg erfassen und abspeichern. Durch gezieltes Data Mining können diese Daten ausgewertet und interpretiert werden und so wichtige und sicherheitsrelevante Erkenntnisse über den technischen Zustand eines Zuges liefern. Durch Erkennung und Prognose von schleichendem Verschleiß oder Fehlern wird die Betriebssicherheit maßgeblich gesteigert.

Um diese Ansätze aber konsequent weiter zu denken, erkannte Geschäftsführer Förderer schon früh die Notwendigkeit eines breiten und belastbaren Service-Ökosystems aus Partnerunternehmen und stellte die strategischen Weichen auf Vernetzung und Kooperation. Mit starken Partnern im Bereich Robotik werden zukünftig auch Daten von schwer einsehbaren Zugteilen erfasst und Cobots (= kollaborative Roboter) Seite an Seite mit Menschen für eine noch effizientere und sicherere Wartung sorgen. Zu diesem Zweck baut die PSI Technics GmbH derzeit ein neues Zentrum in Winningen an der Mosel auf. Mit Raum für 60 MitarbeiterInnen sollen hier die Kapazitäten gebündelt werden, welche es braucht, um derartige Visionen zum Leben zu erwecken. „Wer wirklich etwas verändern will, muss auch bereit sein, in Vorleistung zu gehen“, erklärt Förderer.

Um dieses ehrgeizige Vorhaben in der Region zu unterstützen, stellte das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Kaiserslautern in kurzer Zeit ein interdisziplinäres Expertenteam zusammen. Im Rahmen der Ideenwerkstatt werden die technologische und wirtschaftliche Realisierbarkeit des Projekts kontinuierlich geprüft und optimale Wertschöpfungsnetzwerke erarbeitet, um eine ganzheitliche Lösung erarbeiten zu können. Diese Vernetzung wird insbesondere durch den Lehrstuhl für Strategie, Innovation und Kooperation der Technischen Universität Kaiserslautern und seinem Inhaber Professor Gordon Müller-Seitz begleitet und durch langjährige anwendungsorientierte Forschungsexpertise angereichert. Der Transfer von neuesten Erkenntnissen aus der Forschung in die unternehmerische Praxis ermöglicht eine wissenschaftlich fundierte Herangehensweise bei gleichzeitig hoch ambitionierter Zielsetzung mit Erfolgsaussicht im Projekt.