BEST PRACTICE

Kundenspezifischer Online-Konfigurator und automatisierte Informationsflüsse

Die Geschäftsführer von apra-norm, Stefan Meffert und Sabine Rademacher-Anschütz. Foto: Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Kaiserslautern / Alexander Sell.

Die Geschäftsführer von apra-norm, Stefan Meffert und Sabine Rademacher-Anschütz, bei ihrem Interview mit dem Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Kaiserslautern.

apra-norm Elektromechanik GmbH sichert Zukunftsfähigkeit durch Industrie 4.0

Die apra-norm Elektromechanik GmbH bietet eine umfassende Produktpalette an Elektronik-Gehäusen und Schaltschränken. Hier ein Blick auf die Montage. Fotos: Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Kaiserslautern / A. Sell

Die apra-norm Elektromechanik GmbH bietet eine umfassende Produktpalette an Elektronik-Gehäusen und Schaltschränken. Hier ein Blick auf die Montage. Fotos: Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Kaiserslautern / A. Sell

Die Geschäftsführer von apra-norm, Stefan Meffert und Sabine Rademacher-Anschütz. Foto: Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Kaiserslautern / Alexander Sell.

Die Geschäftsführer von apra-norm, Stefan Meffert und Sabine Rademacher-Anschütz, bei ihrem Interview mit dem Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Kaiserslautern.

„Wenn wir jetzt nicht handeln, dann werden wir gehandelt“, nach diesem Motto beschreiben Stefan Meffert und Sabine Rademacher-Anschütz, die Geschäftsführer der apra-norm Elektromechanik GmbH, die Umsetzung von Industrie 4.0 in ihrem Unternehmen. Bei dem Hersteller von Gehäuse- und Schranktechnik versteht man Digitalisierung als Maßnahme der Zukunftssicherung.
Bereits vor anderthalb Jahren begann der digitale Wandel bei apra-norm mit der Einführung eines Online-Konfigurators für Frontplattendesign. Im Sinne eines agilen Unternehmens hat sich apra-norm mit dieser Internet-Plattform zum Konfigurieren von Fertigungsteilen an die Veränderungen am Markt angepasst. Ihre Kunden können nun selbstständig Frontplatten auf ihre individuellen Wünsche hin bearbeiten. In einem nächsten Schritt sollen diese kundenspezifischen Änderungsdaten von dem Online-CAD in das interne ERP-System eingepflegt werden, um im Anschluss direkt an die produzierende Maschine übermittelt werden zu können. „Dadurch setzen wir unsere Idee von einem digitalen Auftragssystem in die Tat um“, so Meffert.

Elektronisches Schrauben-/Bolzen-Kanban-System mit Onlineanbindung zum Lieferanten.

Elektronisches Schrauben-/Bolzen-Kanban-System mit Onlineanbindung zum Lieferanten.

Wettbewerbsvorteil durch automatisierte Informationsflüsse

Markus Demary, Leiter Lager & Logistik, bei der Herstellung der individuellen Frontplatten im Digitaldruck.

Markus Demary, Leiter Lager & Logistik, bei der Herstellung der individuellen Frontplatten im Digitaldruck.

Neben den Veränderungen am Markt werden bei apra-norm auch firmeninterne Strukturen analysiert, um wettbewerbsfähig zu bleiben. „In Zukunft besteht ein wichtiger Wettbewerbsvorteil darin, mit Informationsflüssen optimal umzugehen“, sagt Markus Demary, Leiter Lager & Logistik bei apra-norm. Er beschreibt drei Schnittstellen, an denen automatisierte Informationsflüsse manuelle ersetzen können, um den digitalen Wandel des Unternehmens voranzutreiben.
Die erste Schnittstelle betrifft die Kunden von apra-norm und ist durch den Online-Konfigurator bereits optimiert. Die zweite Schnittstelle bezieht sich auf die internen Fertigungsinformationen. „Hier sehe ich noch Potenzial für die Zukunft, jedem die Information bereitzustellen, die er braucht. Der Stanzer braucht vielleicht andere Informationen als der Monteur oder der Schweißer“, erläutert Demary. Die dritte Schnittstelle bilden die Lieferanten. Durch ein elektronisches Kanban-System ist hier ebenso ein erster Schritt in Richtung Digitalisierung getan. „Die klassische einzelne Lieferkette hat bald ausgesorgt; in Zukunft werden Informationen eher netzwerkartig ausgetauscht“, stellt er fest.

Industrie 4.0 muss von oben bis unten gelebt werden

„Die Füße können nicht laufen, ohne dass der Kopf steuert. Und wenn der Kopf nicht will, dann können die Füße machen, was sie wollen – es geht nicht“, so Meffert. Die Vision von Industrie 4.0 muss sowohl von der Geschäftsführerebene als auch den Mitarbeitern selbst unterstützt werden, um erfolgreich zu sein, ist der Manager überzeugt. Das Erfolgsgeheimnis hinter der positiven Einstellung bei apra-norm ist ein intensiver Change-Management-Prozess im Unternehmen. Die Mitarbeiter werden motiviert, sich neuen Herausforderungen zu stellen und eine Veränderung als Chance zu sehen. Entsprechend werden auch Erfolgserlebnisse belohnt.

Die Region attraktiv halten

Durch zukunftsfähige Unternehmen bleiben auch regionale Gebiete attraktiv. Das ist nur der Fall, wenn sich Arbeitgeber mit der Zukunft beschäftigen und weiterentwickeln. „Es geht auch darum, dass wir anderen Unternehmen aus der Region die Wichtigkeit klarmachen wollen, denn Industrie 4.0 ist die Zukunft“, berichtet Rademacher-Anschütz. Zudem empfehlen die Geschäftsführer von apra-norm ihren mittelständischen Kollegen, die Ideen und Erfahrungen des Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Kaiserslautern zu nutzen, um die eigene Firma in Richtung Digitalisierung zu entwickeln und neue Strukturen kennen zu lernen.


Über das Unternehmen: apra-norm Elektromechanik GmbH

Sonderschrank für eine Laseranwendung.

Sonderschrank für eine Laseranwendung.

Unternehmenssitz: Mehren (Vulkaneifel)
Mitarbeiter: 280
Gegründet: 1969

apra-norm bietet Fertigung von Elektronik-Gehäusen und Schaltschränken für verschiedenste Anwendungen der Elektronikindustrie, der Mess- und Regeltechnik sowie der Sicherheits-, Informations- und Medizintechnik. Die Produktpalette für die 19″ Technik reicht von Tischgehäuse über Computergehäuse bis zur Schranktechnik für alle Einsätze. Neben dem Engineering führt die optimale Fertigungstechnik zur effizienten Wirtschaftlichkeit für den Anwender.

www.apra-norm.de

Autorin: Fabienne Bosle